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24.08.2018, 17:22 Uhr | Übersicht | Drucken
MdB Marc Henrichmann hat ein offenes Ohr für die Landwirtschaft

CDU-Politiker besuchte den Hof der Familie Kleuter in Brochtrup, begleitet vom stellvertretenden Bürgermeister Anton Holz, dem Lüdinghauser Unions-Fraktionschef Bernhard Möllmann und Vertretern der Landwirtschaftlichen Kreisverbandes.

2005 errichtete die Familie ihre Biogasanlage, die 250 Kilowatt Strom pro Stunde erzeugt. Nach 20 Jahren läuft die Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) aus. „Ich warte auf eine Entscheidung der Politik, wie es weitergeht“, erklärte Hugo Kleuter, der ohne eine feste Einspeisevergütung auf seinem Hof „eine Ruine stehen hätte“. Auch wenn Strom aus Biogas teurer sei als aus anderen regenerativen Quellen, so spreche nicht zuletzt die Unabhängigkeit von Wind und Sonnenschein für diesen Energielieferanten.

Diese Ansicht teilte Henrichmann. „Es geht um Verlässlichkeit für die Landwirte und Versorgungssicherheit für die Bürger“, unterstrich er. Diese Sicherheit sei nur mit einem Energiemix möglich, zu dem Biogas dazu gehören müsse. „Sie ist als saubere, nachhaltige Energie unverzichtbar“, zeigte sich der CDU-Parlamentarier überzeugt. Um die dafür notwendigen Pflanzen bereitzustellen, seien in Zukunft nicht zwingend Mais-Monokulturen notwendig. Raphael van der Poel, Geschäftsführer des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, berichtete vom Projekt „Energiepflanzenanbau und Biodiversität“. Dabei werden an verschiedenen Standorten im Kreis unter anderem alternative Energiepflanzen getestet.

Sorgen bereitet den Landwirten der zunehmende Flächenverbrauch. „Der Ton wird schärfer in der Diskussion Bauland contra Ackerland“, stellte Lucie Kleuter fest. Mit gravierenden Folgen gerade für Junglandwirte, denen jede Chance zur beruflichen Entwicklung genommen wird, unter anderem durch steigende Ackerlandpreise. Sie forderte, den Flächenverbrauch auf ein Minimum für Siedlungs-, Verkehrs- und Ausgleichsflächen zu reduzieren.



 Henrichmann sah hier den Zwiespalt zwischen den Interessen der Landwirtschaft und der Kommunen, die Baugebiete benötigen, auch um die bestehende Infrastruktur zu erhalten. Am ehesten ließe sich bei den Ausgleichsflächen für Bauprojekte ansetzen, meinte er.Michael Uckelmann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, brachte Blühstreifen für zehn oder 20 Jahre ins Spiel, die anschließend wieder für die Landwirte nutzbar seien.

Groß ist der Ärger der Landwirte über zunehmende Stalleinbrüche vermeintlicher Tierschützer. Für Henrichmann handelt es sich dabei ganz klar um Hausfriedensbruch. Dies zu akzeptieren „fördert die Selbstjustiz“, betonte er. „Zuständig sind die Kreisveterinärämter. Missstände sollten dort sofort gemeldet werden“, forderte der CDU-Politiker. Stattdessen würden Bilder, wie bei dem Material aus Einbrüchen geschehen, monatelang auf Halde gelegt, nur um dem betreffenden Landwirt maximal zu schaden, kritisierte er. Familie Kleuter steht häufigeren Prüfungen durch Veterinärämter offen gegenüber. Der Betrieb hat sich der Initiative „Tierwohl“ angeschlossen und bietet seinen Schweinen unter anderem mehr Platz und Spielmöglichkeiten.


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